Hackerangriff legt europaweit Computer lahm

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Hacker haben europaweit Firmen und Behörden attackiert. Besonders stark betroffen war die Ukraine, wie Firmen und Regierungsbeamte mitteilten. Vize-Regierungschef Pawlo Rosenko erklärte, das Computersystem in der Regierungszentrale sei abgeschaltet und twitterte das Foto eines schwarzen Bildschirms. 

Außerdem gab es Störungen in der Energieversorgung, bei Banken und in der öffentlichen Verwaltung.

Firmen aus verschiedenen Ländern betroffen

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Auch das russische Ölunternehmen Rosneft erklärte, es sei Opfer eines Hackerangriffs geworden. Die dänische Reederei A. P. Møller-Mærsk meldete, ihr IT-System funktioniere nicht mehr. Praktisch alle Geschäftsbereiche seien betroffen, sagte Firmensprecher Anders Rosendahl. Das Unternehmen gilt als größte Containerschiffsrederei der Welt.Es gab zunächst nur wenige Informationen darüber, wer hinter den Angriffen stecken könnte. Experten sagten nach der Analyse von Screenshots, die im Internet kursierten, die Angriffe trügen die Markenzeichen einer sogenannten Ransomware. Diese nimmt die Daten eines Computers praktisch als Geisel und verlangt für die Freigabe eine Geldzahlung. Wird diese nicht geleistet, werden die Daten gelöscht. Mitte Mai hatte ein Angriff mit einem solchen Programm weltweit Chaos in Krankenhäusern, Schulen und Büros ausgelöst.

Ransomware

Digitale Erpressung

Archiv: Wand mit Binärcodes am 18.03.2015 in Hannover

Bei dem weltweiten Cyber-Angriff handelt es sich um eine Ransomware-Attacke. Als solche werden laut Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Schadprogramme bezeichnet, die den Zugriff auf Daten und Systeme einschränken oder verhindern und diese Ressourcen nur gegen Zahlung eines Lösegeldes wieder freigeben. “Cyber-Angriffe durch Ransomware sind eine Form digitaler Erpressung”, ordnet das BSI ein.

Das Problem mit dieser Schadsoftware ist, dass sie sich tief in den Computersystemen verankert. Ist die Schadsoftware professionell programmiert, werden die Datenträger verschlüsselt. Eine Wiederherstellung der verschlüsselten Daten ist dann nur mit dem passenden Schlüssel möglich. Diesen bieten die Kriminellen gegen Geld zum Kauf an.

Viele Ransomware-Schädlinge verschlüsseln zusätzlich auch angeschlossene externe Medien (z.B. USB-Sticks) sowie Netzlaufwerke. Laut BSI gelangt Ransomware am häufigsten durch das Öffnen von Anhängen von Spam-E-Mails oder das Besuchen von infizierten Webseiten in die Computersysteme.

“Wanna Decryptor”

Illustration zeigt die Shilouette eines Menschen und Computer vor Binär-Code

Die Waffe der Angreifer im Fall der britischen Krankenhäuser war Experten zufolge die Schadsoftware “Wanna Decryptor”, auch bekannt als “Wanna Cry”. Sie missbraucht eine einst von der NSA ausgenutzte Sicherheitslücke. Nachdem unbekannte Hacker im vergangenen Jahr gestohlene technische Informationen der NSA dazu veröffentlicht hatten, wurden die Schwachstelle eigentlich gestopft. Aber nicht alle Computer wurden auf den neuesten Stand gebracht – und das rächte sich jetzt unter anderem im britischen Gesundheitssystem.

Malware und Ransomware

Malware ist ein allgemeiner Begriff, der Software bezeichnet, die schädlich ist, wie John Villasenor, Professor an der Universität von Kalifornien, erklärt. Ransomware sei ein Typ von Malware, der in erster Linie Computer übernehme und deren Nutzer daran hindere, an Daten zu gelangen, bis ein Lösegeld dafür gezahlt werde, so Villasenor.

So wird ein PC infiziert

In den meisten Fällen befällt die Ransomware den Computer durch Links oder Anhänge in schädlichen E-Mails, auch bekannt als sogenannte Phishing-Mails. Der beste Tipp sei hierbei, einfach nicht auf Links in E-Mails zu klicken, sagt Jerome Segura von der US-Softwarefirma Malwarebytes, die Softwares gegen die Ransomware anbietet. Ziel der Ransomware sei es, den Nutzer dazu zu bekommen, einen schädlichen Code zu aktivieren. Klicken die Nutzer einmal auf den schädlichen Link oder den Anhang, gelangt die Schadsoftware auf den Computer.

Was kann man tun?

Der erste Schritt sei es, umsichtig zu sein, so Experten. Eine “perfekte Lösung” für das Problem gäbe es jedoch nicht, sagt John Villasenor. Nutzer sollten regelmäßig ihre Daten sichern und prüfen, dass Sicherheits-Updates installiert werden, sobald diese veröffentlicht werden. Die Attacke von Freitag nutzte eine Sicherheitslücke von Microsoft Windows, für die nach Angaben des Unternehmens bereits Updates bereitgestellt worden waren. Viele Nutzer hatten sie jedoch noch nicht installiert.

Nutzer sollten zudem auf schadhafte E-Mails achten, die oft als E-Mails von Firmen oder Menschen getarnt sind, mit denen häufig E-Mail-Kontakt besteht. Es sei wichtig, nicht auf Links oder Anhänge zu klicken, da diese die Ransomware freisetzten, so Villasenor. Zentrale erste Maßnahme ist immer, befallene Systeme vom Netz zu isolieren – durch Ziehen der Netzwerkstecker oder Abschalten der WLAN-Adapter.

Nicht erpressen lassen

Nicht bezahlen, empfiehlt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Es gebe keine Garantie, dass die Täter nach der Überweisung die Daten wieder entschlüsselten. Stattdessen könne der Erfolg sie zu weiteren Erpressungen verleiten, betont die für Computersicherheit zuständige Behörde. Entscheidend sei vielmehr, die Infektion des Systems zu stoppen. In jedem Fall sollte auch eine Anzeige bei der Polizei erfolgen. (Quelle: ZDF, ap, dpa)

http://www.heute.de/hackerangriff-legt-europaweit-computer-lahm-schwerpunkt-offenbar-in-der-ukraine-47460520.html

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